Der Tagesspiegel hat einen interessanten Artikel zum Thema Urheberrecht veröffentlicht, der große Resonanz in der Blogosphäre hervorgerufen hat. Dabei geht es um die Frage, welche Zukunft Urheber- und Verwertungsrechte in den Zeiten der Digitalisierung noch haben.
Natürlich wird auf die Unterhaltungsindustrie und jene Nutzer, die Musik, Filme, etc. illegal aus dem Internet herunterladen, eingegangen, aber am Rande tauchen auch die Künstler auf. Und um die geht es im Endeffekt. Zwar ist es schön, dass sowohl Industrie, als auch Konsumenten sich für das Wohl der Künstler einsetzen. Dass erste allerdings hauptsächlich ans Sichern ihrer Pfründe und letztere an eine Legitimation für ihr — noch? — illegales Verhalten denken, ist nicht sehr unwahrscheinlich.
Ohne die Künstler jedoch ist die ganze Diskussion um Urheberrechte und Verwertung überflüssig. Diese müssten sich also geschlossen entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen: Den althergebrachten, anachronistischen, oder einen neuen, der dem Wandel Rechnung trägt. Das ist allerdings illusorisch, da es noch genug Profiteure des alten Systems gibt. Deshalb wird auch hier der Wandel langsam vonstatten gehen. Alte Spieler werden auf der Strecke bleiben und/oder das zeitliche segnen und neue das Ruder übernehmen.
Wo das hinführen wird, lässt sich schwer sagen. An das Verschwinden der Unterhaltungs- und Verwertungsindustrie glaube ich allerdings nicht. Auch nicht daran, dass die Künstler irgendwann die Hauptprofiteure ihrer Kunst werden. Denn eines ändert sich garantiert nicht: Künstler machen Kunst, weil sie Kunst machen wollen. Die Unterhaltungsindustrie bzw. ihre Akteure machen Geld, weil sie Geld machen wollen. Das klingt zwar ziemlich abgedroschen, aber mehr ist es im Endeffekt nicht.
Und ich glaube, dass sie gemeinsam das machen können, was machen wollen. Aber nicht mit dem bestehenden Urheber- und Verwertungsrechten, sowie dem darauf aufbauenden Geschäftsmodell. Um mit einem Wandel des Geschäftsmodells meine ich einen wirklichen Paradigmenwechsel und keine Verzweifelungstaten, wie das stetige Anheben der Ticketpreise auf Konzerten.




