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Beiträge zum Thema JS, HTML, CSS & anderem Kram

Wer seine Website auf Servern von 1und1 betreibt, sollte sich kurz die Zeit nehmen und einen Blick auf seine 404-Fehlerseite werfen. Wie Thomas Stadler vom Internet-Law-Blog nun herausgefunden hat, scheint 1und1 diese nämlich für das Schalten von Werbung in Form von Sedo-Domainparking-Seiten zu nutzen. 1und1 würde damit nicht nur die inhaltliche Authentizität und Integrität der Seiten – so sie denn gegeben ist – unterminieren, sondern sich auch in fragwürdiger Art und Weise auf dem Rücken der jeweiligen Website-Betreiber bereichern.

Thomas Stadler erklärt in seinem Artikel jedenfalls, wie man diese Praktik unterbindet. Darüber hinaus bringt er eine anwaltliche Unterlassungsaufforderung an 1und1 auf den Weg. Das ist fair von ihm.

Gestern, am 31. August 2011, hat der Stadtjugendring Hannover e.V. eine Informationsveranstaltung für Erstwähler ausgerichtet, um sie auf die anstehenden Kommunalwahlen am 11. September 2011 einzustimmen. Dafür wurde im Vorfeld ein Fragenkatalog erarbeitet und an die jugendpolitischen Sprecher der im Rat der Landeshauptstadt vertretenen Parteien versandt.

Die Fragen bezogen sich auf das Thema Jugendarbeit und gestalteten sich wie folgt:

  1. Wie wollt ihr in den nächsten Jahren Jugendverbandsarbeit unterstützen?

  2. Erhöhung der Pauschalmittel, wenn Jugendorganisationen mit Migrationshintergrund in den Ring aufgenommen würden?

  3. Ein besonderes Projekt?

  4. Gleichberechtigte Förderung der Hauptamtlichenstellen?

  5. Einbeziehung von Menschen mit besonderem Förderungsbedarf?

  6. Einbeziehung von Eltern in die Förderung?

Zusätzlich gab es zu jeder Frage einen erläuternden Satz.

Das Feedback der Aktion war denn auch recht ansehnlich; die jugendpolitischen Sprecher von CDU, Die Grünen, Die Linke und der SPD haben sich die Zeit genommen und alle Fragen hinreichend beantwortet.

Einzig die FDP wollte nicht so recht "mitspielen". Ihr jugendpolitischer Sprecher Dr. Nils Tilsen hat sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht mit der Beantwortung der Fragen belastet, sondern kurzerhand folgendes Schreiben aufgesetzt:

“…ich teile Ihnen mit, dass ich mich außerstande sehe, Ihren Fragenkatalog abzuarbeiten.

Die Fragen sind teilweise so ins Detail gehend, dass es für mich einen erheblichen Zeitaufwand bedeuten würde, diese fachgerecht zu beantworten.

Ich finde es zwar von Ihnen taktisch geschickt, hier Kommunalpolitiker für die nächste Wahlperiode auf Ihre Probleme hinzuweisen und jetzt schon Unterstützung schriftlich einzufordern, aber auf einen solchen Deal lasse ich mich nicht ein.

Ich möchte Sie auf die Position der FDP-Ratsfraktion zu den letzten Haushaltsberatungen hinweisen, dass wir die freiwilligen sozialen Leistungen der Stadt, aufgrund der prekären Haushaltslage, pauschal kürzen wollen. Daher gehen Sie bitte davon aus, dass auch die Vertreter der FDP in der nächsten Wahlperiode einen möglichst ausgeglichenen Haushalt als die beste Lösung besonders für die jungen Menschen unserer Stadt als Prämisse ansehen.

Daher kann ich Ihnen nur anraten, dass Sie selber, durch Umschichtung in Ihren eigenen Strukturen, die von Ihnen selbst gesteckten Ziele erreichen müssen.

Ich bitte um Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen! Dr. med. Nils Tilsen”

Das nenne ich mal ein “herzliches” Schreiben. Inwiefern der Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit und PR im Urlaub war oder ein derartiger Umgang mit den Anspruchsgruppen bei der FDP Hannover zum Standard gehört, lässt sich nur spekulieren.

Als langjähriger Ehrenamtlicher der Jugendverbandsarbeit des VCP kann ich mich allerdings über ein solches Verhalten nur wundern. In Zeiten zunehmender Kinderarmut, fortschreitender Zerklüftung der Gesellschaft und steigender Jugendkriminalität zu behaupten, ein ausgeglichener Haushalt wäre die beste Lösung für junge Menschen ist in höchstem Maße zynisch.

Weiterhin den Ruf nach Unterstützung als niederes Belästigen herabzustufen ohne sich ernsthaft mit der Materie auseinandersetzen zu wollen, ist in meinen Augen beängstigend. Ich weiß nicht, welches Verständnis von Politik dem zugrunde liegt. Ich würde allerdings vermuten wollen, dass es zum Aufgabenbereich eines jugendpolitischen Sprechers gehört, sich um jugendpolitische Belange zu kümmern.

Dazu gehört auch, dass man sich mit Vertretern der Jugendarbeit auseinandersetzt und diesen nicht einfach auf den Weg mit gibt, sie sollen sich selber um ihren Kram kümmern und eben ihre Strukturen anpassen. Zwar sind Einrichtungen der Jugendarbeit in der Regel keine straff organisierten Wirtschaftsbetriebe. Allerdings ist es fraglich, inwiefern sie das sein müssen. Unabhängig davon ist Ignoranz gegenüber den Sorgen und Nöten dieser Einrichtungen ganz sicher nicht das adäquate Mittel.

Deshalb zum Abschluss die Frage an Herrn Nils Tilsen: Was haben sie sich bei diesem Schreiben gedacht?