IKEA, Facebook und der Segen des “Photo Tagging”
Diese Nummer hier ist genial. Um auf die Eröffnung eines neuen IKEA-Marktes in Malmö aufmerksam zu machen, wurde unter dem Namen des Marktleiters ein Facebook-Profil eröffnet und Fotos von IKEA-Showrooms hochgeladen. Facebook-User hatten dann die Möglichkeit, sich selbst auf den Gegenständen zu taggen. Wer zuerst ein Tag gesetzt hatte, gewann den darunter liegenden Gegenstand.
Das "Photo Tagging", womit man eigentlich Freunde auf Fotos markieren und verlinken kann, wurde hier geschickt ausgenutzt. Und zwar nicht nur als Instrument für ein Gewinnspiel. Die Verlinkungen der gesetzten Tags erschienen auch in den Timelines der Kontakte von Leute, die bereits am Gewinnspiel teilgenommen hatten. Man kann sich also ausrechnen, dass das ganze schnell weite Kreise zog.
Gefunden bei Thilo's Posterous
Ein paar Worte zu Jack Wolfskin

Seit ein paar Tagen versucht mal wieder eine Firma ihre Marke zu schützen und reitet sich damit nach allen Regeln der Kunst in die Scheiße. Wer das mediale Echo verfolgt hat oder sich nicht zu schade war, den Titel dieses Beitrags zu lesen, weiß um welche Firma es geht: Jack Wolfskin. Dieses Unternehmen produziert Lifestyle-Outdoor-Klamotten größtenteils für Leute, die mit Wetter in Berührung kommen, wenn die Tiefgarage voll ist und sie vor dem Haus parken müssen.
Aber darum geht es nicht, sondern darum, dass Menschen abgemahnt werden, die bei Dawanda Produkte verkaufen, auf die bspw. eine Pfote gestickt ist, die der Jack-Wolfskin-Pfote ähnelt. Das ganze geht natürlich mit Gebühren von knapp unter 1000 Euro einher. Nun hat Jack Wolfskin eine Stellungnahme veröffentlicht.
Deren Kernaussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Natürlich bedauert Jack Wolfskin den Vorfall. An deren Stellen würde ich nach den Wellen, die diese Sache geschlagen hat, auch im Selbstmitleid versinken.
- Die Aktion war reine Selbstverteidigung. Zwar kann man die Anzahl der Leute, die jene Produkte mit der "geklauten" Jack-Wolfskin-Tatze darauf kaufen, wahrscheinlich an zwei Händen abzählen, aber trotzdem wiegt der Image-Schaden schwer. Nicht zu vergessen die unzähligen Nachahmer, die sich durch Stick- und Häkelware ermutigt sehen.
- Trotzdem darf jeder Pfoten-Symbole benutzen, wenn diese nur nicht der Jack-Wolfskin-Tatze zu ähnlich sehen. Mir kommen die Tränen. Diese Geste ist an Generösität nicht zu überbieten. Vielen Dank, Jack Wolfskin!
Dazu fällt mir ein, dass ich einmal Post von der Rechtsabteilung von Nivea bekam. Ich hatte eine Domain registriert, auf die sie gemäß Markenschutzrecht Anspruch hatten. Es entstand ein kurzer, höflicher Briefwechsel, ich habe die Domain überschrieben - und das wars. Ohne Rechnung für entstandene Kosten. Man kann das also auch anders regeln. Höflich, indem man mit Menschen redet und so auftritt, dass man die - ach so schützenswerte Marke - nicht innerhalb von drei Tagen komplett in den Dreck zieht.
- Jack Wolfskin eröffnet den Abmahn-Herbst!
- Jack Wolfskin Stellungnahme
- Jack Wolfskin mahnt Bastler wegen Tatzen-Mustern ab
- Wikpedia-Artikel über Jack Wolfskin mit interessanten Informationen zum Tatzen-Streit mit der taz
Foto: Removing Jack Wolfskin Logo unter Creative Commons-Lizenz
Plumpe Abschreckungswerbung von LEGO

Wenn man an LEGO denkt, denkt man automatisch an die sympathischen kleinen Plastik-Figuren mit den klobigen Köpfen, an bunte Steine und an ein Spielzeug, welches nicht nur Jung und Alt fasziniert, sondern das auch über einen langen Zeitraum Spaß macht und einfach nicht langweilig wird. Auf dieses bunte, fröhliche Image baut LEGO auf und wohl u.a. deshalb, standen sie noch 2007 auf Platz 1 der Liste der am meisten respektierten Unternehmen der Welt (Link zum PDF der Studie).
Doch scheinbar konnte die von LEGO beauftragte Agentur nichts mit dem Saubermann-Image anfangen und setzte stattdessen auf Abschreckung und Schockierung. Man sollte seine Kinder also nicht Fernseh gucken lassen, sonst enden sie als Junkies. Und was sollen dann die Nachbarn denken! Dann doch lieber LEGO, damit aus dem Nachwuchs wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft werden.
Was für ein plumpe Milchmädchenrechnung. Wie kann man seine Marke nur so von einer Agentur verheizen lassen und dafür auch noch bezahlen? Ich kann ja verstehen, wenn man die ausgetretenen Pfade mal verlassen möchte. Trotzdem darf man nicht aus den Augen verlieren, worum es geht: Um Spielzeug. Und kein Therapiemittel für chronisch vernachlässigte Kinder und Jugendliche. Auch wenn es das hier und dort sicherlich ist.
Mehr Bilder gibt es übrigens bei meetinx.
Gefunden bei Design Tagebuch
#Vodafail – Eine Geschichte voller Missverständnisse

Die ganze #Vodafail/Twittermom-Geschichte ist eine Verkettung von Fehlern:
- Ute Hamelmann schreibt einen platten PR-Text und verhökert damit ihre Glaubwürdigkeit.
- Die PR-Verantwortlichen bei Vodafone freuen sich über einen Beitrag von jemandem mit Authentizität, denken aber nicht darüber nach, wie der Text bei der Zielgruppe aufgenommen werden könnte und ob die Authentizität der Verfasserin auch im Beitrag transportiert wird.
- Ein wütender Mob fällt in den Kommentaren über den Beitrag her, selbstgerecht/-gefällig bis zur Unerträglichkeit und so unsachlich wie möglich.
Übrig bleibt ein neues Kunstwort - #Vodafail - und ein Paradebeispiel misslungener PR für die Lehrbücher. Keine schlechte Bilanz für einen Blog-Beitrag. Und da man davon ausgehen kann, dass Vodafone die Kampagne nicht einfach einstellen wird, darf man gespannt sein, was noch so kommt.
Mein Senf zu Vodafones neuer Kampagne
Alle scheinen sich derzeitig über die neue Vodafone-Kamapgne aufzuregen. Das liegt zum einen sicher am Mitwirken von Sascha Lobo und zum anderen an Aussagen, wie diesen:
Die „Generation Upload“ ist Herr über ihre Zeit. Sie nutzt moderne Kommunikationstechnologien nicht als Selbstzweck, sondern vielmehr als Werkzeug zur Selbstverwirklichung. Es sind normale Menschen wie Du und ich. Und doch oder gerade deswegen sind sie die Helden von heute.
Ich selbst gehöre nicht zu den Sascha Lobo-Jüngern. Ich möchte sogar anzweifeln, dass er es schafft, die sogenannte "Generation Upload" am besten zu repräsentieren. Andererseits passt seine Frisur zur Corporate Identitiy von Vodafone und wenn sich nicht jeder, der den Werbespot sieht, mit ihm identifizieren kann, ist das sicherlich auch nicht tragisch.
Und was das Zitat anbelangt: Ich selbst habe vorhin in einem Kommentar auf Stylespion geschrieben, dass derartig anbiederndes Werbegeseier bei mir nicht die erwünschte Hoffnung entfalten wird. Allerdings ist das Zitat vom Vodafone-Blog und bestes PR-Deutsch. Sowas gehört zwar nicht unbedingt auf einen Corporate Blog, aber im Eifer des Gefechts passiert das schon mal. Schön blöd, aber kein Grund, die ganze Kampagne zu verurteilen.
Deshalb meine Meinung: Die Kampagne ist die ganze Aufregung nicht wert. Es gibt hippe Musik, hippe Leute, viele Farben und sogar eine Repräsentantin der Silversurfer. Das Rad wird nicht neu erfunden, es wird niemandem auf den Schlips getreten und von der Aufmachung unterscheidet sie sich nicht groß von früheren Kampagnen.
Warum also so ein Wind?!
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