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Beiträge zum Thema JS, HTML, CSS & anderem Kram

Brigitte.de - Skateboard-Artikel

Auf dem ConventionCamp in der Session “We survived the Shitstorm” habe ich gelernt, dass man einen Shitstorm auch als Socialstorm bezeichnen kann. Das ist dann neutraler. Die Kollegen von Brigitte.de waren scheinbar nicht in besagter Session, in der zwei Vertreter von Continental und Jack Wolfskin ihre Erfahrungen mit Socialstorms teilten und darlegten, was damals falsch gemacht wurde.

Mit dem Artikel Männer, die Skateboard fahren hatte Brigitte.de es nämlich geschafft, einen (sozialen) Sturm der Entrüstung zu entfachen und damit wiederum einen ganzen Schwung voll Kommentare zu generieren, die teilweise unterhalb der Gürtellinie angesiedelt waren.

In der Reaktion darauf wurden die gleichen Fehler gemacht, wie schon bei Continental und Jack Wolfskin zuvor. Glücklicherweise sind die Stellungnahmen seitens Brigitte.de direkt als Ergänzung in den Text eingeflossen, so dass sich im Nachhinein noch sehr schön nachvollziehen lässt, wie die Nummer abgelaufen ist. Zuerst die Trotzreaktion: Darauf beharren, dass man sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, die Kommentarfunktion sperren und bestehende, nicht gefällige Kommentare löschen.

Anschließend leichtes Zurückrudern, nachdem man merkt, dass sich die Wogen auf diese Weise nicht glätten lassen. Schlussendlich realisiert man, dass man in einem bi-direktionalen Dialogmedium nicht einfach durch Abgeben eines Statements Fakten schaffen kann, sondern in einen Dialog mit der Gegenseite treten muss. Damit sind dann die Voraussetzungen geschaffen, dem Socialstorm ein Ende zu bereiten.

In der Praxis ist es natürlich immer empfehlenswert, die Schritte eins und zwei zu überspringen. Aber vielleicht sind das auch Erfahrungen, die Unternehmen einmal machen müssen.

Google Music Tour – Screenshot

Google stellt seinen neuen Service “Music” mit einer ziemlich beeindruckenden Tour vor. Diese ist multimedial, gefällig im Design und insgesamt sehr kurzweilig. Die einzelnen Bereiche der Tour werden durch Tonspuren repräsentiert, die quirlig über den Bildschirm flitzen und sich sukzessive zu einem Song ergänzen.

Ist man mit der Tour fertig, ist auch der Song vollständig und kann kostenlos heruntergeladen werden. Das ist ein ziemlich guter Call-to-Action und katapultiert den Besucher direkt in das Google-Music-System. Die erste Hemmschwelle, den Service auszuprobieren, könnte also schnell abgebaut sein. Allerdings funktioniert das nicht, wenn man nach dem Klicken des Download-Buttons folgende Seite angezeigt bekommt:

Google Music – Song not available in your Country

Nun muss man Google zugute halten, dass der Service noch brandneu ist und es daher nicht verwundern sollte, wenn er nur nach und nach über die US-amerikanischen Landesgrenzen hinaus erweitert wird. Aber ein bißchen ernüchternd war das nach der Präsentation zuvor schon…

(via @73inches)

smom – Der Social Media Onlinemonitor

In den letzten Wochen war meine Hauptbeschäftigung bei w3design. die Frontend-Entwicklung des Social Media Onlinemonitors – liebevoll smom genannt.

Dieses Tool ist aus der Erkenntnis heraus geboren, dass quantitative Faktoren bei der Erfolgsmessung von Social Media nur einen Aspekt darstellen. Natürlich freut man sich, wenn ein Tweet hundertmal re-tweetet wurde. Doch sagt die Zahl ansich wenig darüber aus, wer re-tweetet hat, und mit welcher Intention. Das gleiche gilt für Kommentare auf Facebook und Blogs.

Dies ist der Punkt, wo smom ins Spiel kommt. Und zwar bietet smom einen modular aufgebauten Fragebogen, welchen man zur Qualitätsmessung von seinen Besuchern beantworten lassen kann. Modular bedeutet genauer gesagt, dass der Fragebogen aus einem allgemeinen Social-Media-Basisteil besteht, welchen man je nach Bedarf um Facebook-, Google-Plus-, Youtube-, Twitter- und Blog-Module ergänzen kann.

Die Fragen sind vorgegeben und wurden in Zusammenarbeit mit whiteboxx erarbeitet. Zusätzlich können eigene, offene Fragen hinzugefügt werden. So ergibt sich mit wenigen Klicks ein vollständiger Fragebogen, ohne dass im Vorfeld stunden-/tagelang an Fragen gefeilt werden muss.

smom befindet sich momentan in der “Closed Beta” und ist derzeit noch für alle Beta-Tester kostenlos. Nutzer werden in kommerzielle und freie Nutzer unterteilt. Nach erfolgreicher Beendigung der Beta-Phase wird es ein Preismodell geben, welches zwischen einmaliger Nutzung und einem Abonnement differenziert. Dieses richtet sich an die kommerziellen Nutzer.

Für freie Nutzer – die den Erfolg ihres Blog oder Twitters messen wollen – wird smom immer kostenfrei bleiben.

Da die Nützlichkeit von smom letztlich nur durch die Nutzer bescheinigt werden kann, ist jeder, der Interesse hat, herzlich eingeladen, sich als Beta-Tester zu versuchen. Um einen Zugang zu bekommen, einfach eine Mail an kontakt@social-media-onlinemonitor.de schreiben, der Zugang wird dann alsbald eingerichtet.

Btw: Wer sich über den klobigen URL wundert – smom.de wird vom souveränen Malteser-Ritterorden “besetzt” ;-)

Link: smom – Social Media Onlinemonitor

(direct-IKEA-Facebook-Action)

Diese Nummer hier ist genial. Um auf die Eröffnung eines neuen IKEA-Marktes in Malmö aufmerksam zu machen, wurde unter dem Namen des Marktleiters ein Facebook-Profil eröffnet und Fotos von IKEA-Showrooms hochgeladen. Facebook-User hatten dann die Möglichkeit, sich selbst auf den Gegenständen zu taggen. Wer zuerst ein Tag gesetzt hatte, gewann den darunter liegenden Gegenstand.

Das "Photo Tagging", womit man eigentlich Freunde auf Fotos markieren und verlinken kann, wurde hier geschickt ausgenutzt. Und zwar nicht nur als Instrument für ein Gewinnspiel. Die Verlinkungen der gesetzten Tags erschienen auch in den Timelines der Kontakte von Leute, die bereits am Gewinnspiel teilgenommen hatten. Man kann sich also ausrechnen, dass das ganze schnell weite Kreise zog.

Gefunden bei Thilo's Posterous

Jack Wolfskin-Logo entfernen

Seit ein paar Tagen versucht mal wieder eine Firma ihre Marke zu schützen und reitet sich damit nach allen Regeln der Kunst in die Scheiße. Wer das mediale Echo verfolgt hat oder sich nicht zu schade war, den Titel dieses Beitrags zu lesen, weiß um welche Firma es geht: Jack Wolfskin. Dieses Unternehmen produziert Lifestyle-Outdoor-Klamotten größtenteils für Leute, die mit Wetter in Berührung kommen, wenn die Tiefgarage voll ist und sie vor dem Haus parken müssen.

Aber darum geht es nicht, sondern darum, dass Menschen abgemahnt werden, die bei Dawanda Produkte verkaufen, auf die bspw. eine Pfote gestickt ist, die der Jack-Wolfskin-Pfote ähnelt. Das ganze geht natürlich mit Gebühren von knapp unter 1000 Euro einher. Nun hat Jack Wolfskin eine Stellungnahme veröffentlicht.

Deren Kernaussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Natürlich bedauert Jack Wolfskin den Vorfall. An deren Stellen würde ich nach den Wellen, die diese Sache geschlagen hat, auch im Selbstmitleid versinken.
  • Die Aktion war reine Selbstverteidigung. Zwar kann man die Anzahl der Leute, die jene Produkte mit der "geklauten" Jack-Wolfskin-Tatze darauf kaufen, wahrscheinlich an zwei Händen abzählen, aber trotzdem wiegt der Image-Schaden schwer. Nicht zu vergessen die unzähligen Nachahmer, die sich durch Stick- und Häkelware ermutigt sehen.
  • Trotzdem darf jeder Pfoten-Symbole benutzen, wenn diese nur nicht der Jack-Wolfskin-Tatze zu ähnlich sehen. Mir kommen die Tränen. Diese Geste ist an Generösität nicht zu überbieten. Vielen Dank, Jack Wolfskin!

Dazu fällt mir ein, dass ich einmal Post von der Rechtsabteilung von Nivea bekam. Ich hatte eine Domain registriert, auf die sie gemäß Markenschutzrecht Anspruch hatten. Es entstand ein kurzer, höflicher Briefwechsel, ich habe die Domain überschrieben - und das wars. Ohne Rechnung für entstandene Kosten. Man kann das also auch anders regeln. Höflich, indem man mit Menschen redet und so auftritt, dass man die - ach so schützenswerte Marke - nicht innerhalb von drei Tagen komplett in den Dreck zieht.

Mehr zum Thema:

Foto: Removing Jack Wolfskin Logo unter Creative Commons-Lizenz


Update 29. März 2013:

Auf dem letzten ConventionCamp (2013) erzählte ein Verantwortlicher von Jack Wolfskin bezüglich obigen Falles noch, dass seinerzeit eine Verkettung ungünstiger Faktoren stattgefunden hätte und die Angelegenheit dadurch eine negative Dynamik bekommen hätte. Man sei intern selbst nicht glücklich mit dem Fall gewesen und wolle es zukünftig besser machen.

Scheinbar wurden die Strukturen bei Jack Wolfskin jedoch nicht vollständig durchbrochen, wie die neuerliche Abmahnung gegen die Macher des "Fünf Freunde"-Films zeigt. Zwar muss man zugestehen, dass dieses mal eine Konfrontation auf ungefährer Augenhöhe stattfindet und nicht blindlings Privatpersonen abgemahnt werden. Doch wie der Marketing-Blog so treffend feststellt, drängt sich einem der Eindruck auf, Juristen wären bei Jack Wolfskin mit der Markenführung betraut. Und das mit zweifelhaftem Erfolg.

Sicherlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass man als Unternehmen beim Schutz seiner Marke eine gewisse Konsequenz an den Tag legen muss, um die Ansprüche an die Marke nicht zu verlieren. Aber im Falle von Jack Wolfskin hat sich das meines Erachtens zu einer unendlichen Geschichte voller Missverständnisse entwickelt. Um ehrlich zu sein, habe ich das Gefühl, dass hier ein Re-Branding angebracht wäre. Und zwar mit einer weniger generischen Bildmarke.

Das wäre zwar mit erheblichen Kosten verbunden, aber letztlich ist das der Schutz der bisherigen Bildmarke auch.

Abschreckende LEGO-Werbung

Wenn man an LEGO denkt, denkt man automatisch an die sympathischen kleinen Plastik-Figuren mit den klobigen Köpfen, an bunte Steine und an ein Spielzeug, welches nicht nur Jung und Alt fasziniert, sondern das auch über einen langen Zeitraum Spaß macht und einfach nicht langweilig wird. Auf dieses bunte, fröhliche Image baut LEGO auf und wohl u.a. deshalb, standen sie noch 2007 auf Platz 1 der Liste der am meisten respektierten Unternehmen der Welt (Link zum PDF der Studie).

Doch scheinbar konnte die von LEGO beauftragte Agentur nichts mit dem Saubermann-Image anfangen und setzte stattdessen auf Abschreckung und Schockierung. Man sollte seine Kinder also nicht Fernseh gucken lassen, sonst enden sie als Junkies. Und was sollen dann die Nachbarn denken! Dann doch lieber LEGO, damit aus dem Nachwuchs wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft werden.

Was für ein plumpe Milchmädchenrechnung. Wie kann man seine Marke nur so von einer Agentur verheizen lassen und dafür auch noch bezahlen? Ich kann ja verstehen, wenn man die ausgetretenen Pfade mal verlassen möchte. Trotzdem darf man nicht aus den Augen verlieren, worum es geht: Um Spielzeug. Und kein Therapiemittel für chronisch vernachlässigte Kinder und Jugendliche. Auch wenn es das hier und dort sicherlich ist.

Mehr Bilder gibt es übrigens bei meetinx.

Gefunden bei Design Tagebuch

vodafone-blog

Die ganze #Vodafail/Twittermom-Geschichte ist eine Verkettung von Fehlern:

  • Ute Hamelmann schreibt einen platten PR-Text und verhökert damit ihre Glaubwürdigkeit.
  • Die PR-Verantwortlichen bei Vodafone freuen sich über einen Beitrag von jemandem mit Authentizität, denken aber nicht darüber nach, wie der Text bei der Zielgruppe aufgenommen werden könnte und ob die Authentizität der Verfasserin auch im Beitrag transportiert wird.
  • Ein wütender Mob fällt in den Kommentaren über den Beitrag her, selbstgerecht/-gefällig bis zur Unerträglichkeit und so unsachlich wie möglich.

Übrig bleibt ein neues Kunstwort - #Vodafail - und ein Paradebeispiel misslungener PR für die Lehrbücher. Keine schlechte Bilanz für einen Blog-Beitrag. Und da man davon ausgehen kann, dass Vodafone die Kampagne nicht einfach einstellen wird, darf man gespannt sein, was noch so kommt.

Alle scheinen sich derzeitig über die neue Vodafone-Kamapgne aufzuregen. Das liegt zum einen sicher am Mitwirken von Sascha Lobo und zum anderen an Aussagen, wie diesen:

Die „Generation Upload“ ist Herr über ihre Zeit. Sie nutzt moderne Kommunikationstechnologien nicht als Selbstzweck, sondern vielmehr als Werkzeug zur Selbstverwirklichung. Es sind normale Menschen wie Du und ich. Und doch oder gerade deswegen sind sie die Helden von heute.

Ich selbst gehöre nicht zu den Sascha Lobo-Jüngern. Ich möchte sogar anzweifeln, dass er es schafft, die sogenannte "Generation Upload" am besten zu repräsentieren. Andererseits passt seine Frisur zur Corporate Identitiy von Vodafone und wenn sich nicht jeder, der den Werbespot sieht, mit ihm identifizieren kann, ist das sicherlich auch nicht tragisch.

Und was das Zitat anbelangt: Ich selbst habe vorhin in einem Kommentar auf Stylespion geschrieben, dass derartig anbiederndes Werbegeseier bei mir nicht die erwünschte Hoffnung entfalten wird. Allerdings ist das Zitat vom Vodafone-Blog und bestes PR-Deutsch. Sowas gehört zwar nicht unbedingt auf einen Corporate Blog, aber im Eifer des Gefechts passiert das schon mal. Schön blöd, aber kein Grund, die ganze Kampagne zu verurteilen.

Deshalb meine Meinung: Die Kampagne ist die ganze Aufregung nicht wert. Es gibt hippe Musik, hippe Leute, viele Farben und sogar eine Repräsentantin der Silversurfer. Das Rad wird nicht neu erfunden, es wird niemandem auf den Schlips getreten und von der Aufmachung unterscheidet sie sich nicht groß von früheren Kampagnen.

Warum also so ein Wind?!

Weiterführende Links: