What is a Browser?

(direktBrowser)

Bei all dem Engagement bezüglich der Netzsperren und der zunehmenden Politisierung des Internets in den letzten Wochen, darf man eines nicht vergessen: Wir befinden uns in einem Mikrokosmos. Wer einen Blick auf seine Twitter-Timeline wirft oder durch die Blogosphäre streift, für den ist das Thema "Netzsperren" hochpräsent und allgegenwärtig. Für die restliche Bevölkerung, die das ganze von außen betrachtet - so sie denn überhaupt etwas davon mitbekommt -, ergibt sich jedoch ein anderes Bild.

Diese Menschen, die sicherlich die Mehrheit stellen, nehmen das Internet ganz anders wahr. Sie wissen vielleicht nicht, was ein Browser ist und es ist ihnen egal. Wenn sie nach einer Suchanfrage auf einem Blog landen, wissen sie nicht, dass sie sich gerade nicht auf einer herkömmlichen, statischen Website befinden, sondern eben auf einem Blog. Und es ist vollkommen irrelevant für sie. Erscheinen nun im Netz Stopp-Schilder an Stelle der eigentlichen Inhalte, dürfte sie das wenig kümmern. Möglicherweise freuen sie sich sogar darüber, dass der Zugriff auf Kinderpornografie erschwert wird. Erscheint oberflächlich betrachtet ja auch sinnvoll.

Für diesen Teil der Bevölkerung hat das Internet einen ganz anderen Stellenwert, als z.B. für die über 134.000 Unterzeichner der Online-Petition gegen das Gesetz zur Zugangserschwerung zu Kinderpornografie im Internet. Sie werden Artikel zu diesem Thema überblättern/wegklicken, weil es nicht ihr Interessengebiet ist. Das ist bei einem allgegenwärtigen Medium wie dem Internet natürlich höchst bedenklich, aber andererseits auch verständlich: Jede/r hat nun einmal unterschiedliche Interessengebiete.

Diese Menschen trotzdem zu erreichen und Themen wie Zensur auf einer verständlichen Ebene abseits des Nerd- und Geektums zu kommunizieren, wird die große Herausforderung, der sich bspw. die Piraten stellen müssen.

(Vielen Dank an Christoph für den Hinweis auf das Video.)

Geschrieben am 19. Juni 2009 • Keine Kommentare

Die Apple-Religion und ihre Missionare

apple in front of sky

Gestern haben wir zu zweit auf einen Bekannten, der nebenbei erwähnte, dass er einen neuen Laptop gebrauchen könnte, eingeredet und ihn mit allen Mittel davon zu überzeugen versucht, dass er etwas aus dem Hause Apple™ bräuchte. Zwischendurch habe ich mich zwar gefragt, was ich da mache, aber vom Missionieren habe ich trotzdem nicht abgelassen. Schlussendlich konnten wir ihn davon überzeugen, mal das MacBook Air zu testen, woraufhin mich ein Gefühl tiefer Zufriedenheit durchströmte.

Nun ist es ja so, dass ich beim Vermitteln eines neuen Kunden an meine Muckibude ein Handtuch bekomme. Nicht, dass ich das bräuchte, aber es ist eine Geste. Wenn ich dagegen einen Computer im Wert von 1399,00 € vermittele, gibt es nichts. Kein Handtuch, keine Gutschrift, nicht mal einen feuchtwarmen Handschlag. Und natürlich wird Apple™ einen Scheißdreck tun, auch nur einen Pfifferling für erfolgreiche Mundpropaganda anzubieten. Schließlich kriegen sie es durch die zahlreichen Apple™-Fanboys und -Jünger für lau. Es wäre also ökonomischer Unsinn, ein Belohnungssystem einzuführen. Apple™ ist schließlich keine zweitklassige Muckibude.

Allerdings fühle ich mich nicht wohl bei der Sache. Ein Korrektiv muss her. Deshalb habe ich beschlossen, ab jetzt jeden, der auch nur ansatzweise erwähnt, einen neuen Laptop zu brauchen, so lange zuzutexten, etwas aus dem Hause Acer™ zu kaufen, bis er oder sie entnervt aufgibt. Die Firmen, die ich empfehlen werden, rotieren im 3-Monats-Rhythmus. Danach ist bspw. Sony™ dran, dann vielleicht Lenovo™, und irgendwann komme ich wieder bei Apple™ an.

Da freue ich mich schon drauf.

(Bild: Autumn harvest von tanakawho unter CC-Lizenz)

Geschrieben am 10. Juni 2009 • 2 Kommentare