Das title-Attribut ist kein SEO-Spielzeug!

Manchmal habe ich das Gefühl, es gibt Menschen da draußen, die das title-Attribut für ein SEO-Spielzeug halten. Eine Möglichkeit noch ein paar zusätzliche Infos für Google mit auf den Weg zu geben, um in den Rankings besser dazustehen. Das macht man, wenn man Lust darauf hat. Oder lässt es, wenn man nicht zu den Pedanten in Sachen Suchmaschinenoptimierung gehört.

Allerdings spielt das title-Attribut auch in Sachen Usability eine Rolle. Es bietet die Möglichkeit, dem Nutzer (tiefergehende) Informationen bezüglich eines Bildes oder eines Links zu geben.

Das title-Attribut bei Verweisen

Links sind immer in ihrer Wortzahl begrenzt, da nur in den wenigsten Fällen ein ganzer Textabschnitt zum Link umfunktioniert wird. Eher sind es Teile von Sätzen oder - außerhalb von Textabschnitten - einzelne Begriffe, die auf andere Seiten verweisen. Auf jeden Fall kriegt man in der Link-Beschriftung nie den Namen der Seite, auf die verwiesen wird, deren Beschreibung, sowie eine kurze Beschreibung des Inhalts der Unterseite - falls nicht auf die Startseite verwiesen wird - unter. Mithilfe des title-Attributs ist das jedoch möglich.

Angenommen, man möchte auf eine Unterseite der Website des deutschen Dackel-Clubs verweisen, die sich mit dem Thema Aufzucht befasst. Erste Möglichkeit ist es, den Link im Text unterzubringen:

abbr title="Hypertext Markup Language" lang="en">HTML
<p>… bei der <a href="dackel-club.tld/path/to/aufzucht/" title="Deutscher Dackel-Club - Informationen zur Aufzucht von Dackeln">Aufzucht</a> von Dackeln …</p>

Ohne das title-Attribut weiß man nicht, wohin der Begriff "Aufzucht" führt. Durch Setzen des title-Attributs kann der Leser es jedoch herausfinden, indem er den Cursor etwas länger über dem Link ruhen lässt.

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Link unterhalb des Textabschnitts zu setzen:

abbr title="Hypertext Markup Language" lang="en">HTML
<a href="dackel-club.tld/path/to/aufzucht/" title="Deutscher Dackel-Club - Informationen zur Aufzucht von Dackeln">Deutscher Dackel-Club</a>

Der Leser sieht, dass es weitergehende Informationen beim deutschen Dackel-Club gibt, doch worum es sich genau handelt, kann er aus der Link-Beschriftung "Deutscher Dackel-Club" nicht herauslesen. Das title-Attribut gibt hier mehr Aufschluss.

Nun wird der eine oder die andere vielleicht einwerfen, dass man den Inhalt des Link-Ziels doch aus dem Thema des Textes ableiten kann. Das ist sicherlich richtig, doch will man seine Besucher immer raten lassen oder lieber klar definierte Informationen liefern?!

Das title-Attribut bei grafischen Verweisen

Als erstes zwei Beispiele, die mich überhaupt dazu bewogen haben, diesen Text zu schreiben:

  1. Thinking for a Living
  2. Interview with Tom Hoops

Bei beiden Seiten tauchen links und rechts des Inhalts zwei große Pfeile auf, die einen mehr oder weniger verfolgen und geklickt werden wollen, jedoch nicht preisgeben, welchen Zweck sie haben. Das ist äußerst irritierend und sollte auf jeden Fall vermieden werden. Das gleiche ist es mit Icons und Piktogrammen. Klar weiß ich, wenn ich ein kleines Stift-Symbol auf einer Seite sehe, dass da was bearbeitet werden kann. Doch was genau, sagt mir die Grafik nicht.

Möchte man also vermeiden, dass Nutzer unnötig klicken müssen, um den genauen Zweck des Links zu ergründen, dann sollte man sich des title-Attributs befleißigen und so unnötiges Herumraten und möglicherweise Frust vermeiden.

Das title-Attribut bei Bildern

Neben dem alt-Attribut, kann man zur Beschreibung von Bildern auf Webseiten auch das title-Attribut benutzen. Dies kann durchaus sinnvoll sein, denn nur die wenigsten Bilder sprechen für sich und den Inhalt des alt-Attributs bekommt der durchschnittliche Besucher nicht zu sehen, es sei denn der Pfad zum Bild ist falsch gesetzt.

Allerdings muss man in diesem Fall etwas relativieren. In letzter Zeit haben sich immer mehr die so genannten Image-Captions durchgesetzt, bei denen die Beschreibung des Bildes direkt unterhalb des selben stehen. Das ist für den Besucher sicherlich sinnvoller, da die Beschreibung so direkt ersichtlich ist, und man nicht erst den Cursor auf dem Bild "parken" muss. Bedient man sich der Image-Captions, wird das Setzen des title-Attributs wirklich zu einer reinen SEO-Aktion.

Verzichtet man jedoch auf Image-Captions, sollte man den Besuchern, die noch über ihr Augenlicht verfügen, den Gefallen tun und das title-Attribut befüllen.

So, das war mein kleiner Diskurs am Morgen. Ich freue mich natürlich immer auf andere Ansichten zu diesem Thema. Wenn ihr also bei dem ein oder anderen Punkt der Meinung seid, das stimmt so nicht, wie ich es geschrieben habe, dann nutzt die Kommentar-Funktion und ergreift das Wort.

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Geschrieben am 23. Februar 2010 • Abgelegt unter HTML/CSS, ÜberlegungenRivva

5 Kommentare zu "Das title-Attribut ist kein SEO-Spielzeug!"

  1. > Oder lässt es, wenn man nicht zu den Pedanten in Sachen Suchmaschinenoptimierung gehört.

    Das ist so nicht ganz korrekt. Google benutzt bei der Bewertung einer Webseite diverse Elemente, der Title-Tag ist in letzter Zeit sehr wichtig geworden. Er sollte Keywords und nicht nur Inhalte für den Leser enthalten (dazu ist der Metatag Description sinnvoll). Tatsächlich gehört das wichtigste Keyword nach vorne, da Google auch innerhalb des Tags so bewertet, dass das erste am höchsten bewertet wird. So gesehen, gehört (ganz richtig bei Dir!) der Firmenname ganz nach hinten (den sollen die Leute ja erst finden).

  2. Emanuel

    23.2.2010

    ich gebe zu, es klingt ein bißchen so, als würde ich seo als spielerei abtun. das ist ein missverständnis.

    vielmehr möchte ich leuten, die das thema eher gelassen sehen, mit auf den weg geben, dass es trotzdem wichtig ist, seine inhalte anständig formatiert auf den weg zu geben.

    google legt viel wert auf das title-attribut. daraus sollte man allerdings nicht den umkehrschluss ziehen, dass man dieses attribut nur für die suchmaschinen pflegt. auch den besuchern aus fleisch und blut ist es eine hilfe.

    das wollte ich damit sagen :-)

  3. Emanuel

    23.2.2010

    nachtrag: ich spreche in dem artikel übrigens nicht vom title-tag im header einer website, sondern von den title-attributen in a- und img-tags im body der seite ;-)

    das befüllen des title-tags ist ja nochmal eine wissenschaft für sich :-)

  4. OK, das war dann möglicherweise auch ein Missverständnis von mir. Sorry.

  5. Emanuel

    25.2.2010

    kein problem, der richtigkeit deines kommentars tut das keinen abbruch :-)