Macht DesignenLassen.de den Markt kaputt?

designenlassen.de

Auf dem Fontblog wurde heute ein offener Brief von Stefan Maas an den Online-Dienst DesignenLassen.de veröffentlicht. (Link zu DesignenLassen.de)

Es geht darum, dass das Geschäftsmodell die Preise kaputt mache und den Stand der Designer generell schädige. In den Kommentaren fallen Begriffe wie "Ausbeutung" und "moderne Sklaverei", und wenn man sich das Konzept von DesignenLassen.de anguckt, hat man das Gefühl, dass das gar nicht so weit hergeholt ist.

Trotzdem finde ich, dass bei der Debatte oft zu kurz und zu emotional gedacht wird. Ich wollte deshalb einen Kommetar dort zurücklassen, der relativ schnell Ausmaße erreichte, die problemlos einen Blogpost hergeben. Deshalb veröffentliche ich ihn nun auch hier:

Generell gilt, wer mit Peanuts zahlt, bekommt Affen. Von daher werden in den meisten Fällen nur Unternehmen auf den Service von DesignenLassen.de zurückgreifen, die entweder nicht das nötige Geld für einen Designer haben oder es nicht ausgeben wollen. Diese Unternehmen würden alternativ wahrscheinlich gar kein "Design" kaufen.

DesignenLassen.de schöpft also die kleinen Beträge ab, wo unter normalen Umständen gar kein Geld fließen würde. Das wiederum würde ich grundsätzlich nicht als verkehrt bezeichnen.

Auf der anderen Seite bieten auf DesignenLassen.de doch nur Designer ihren Dienste an, für die diese Preise in Ordnung sind. Auf Leute, die professionell in diesem Bereich arbeiten, wird das grob geschätzt einfach nicht zutreffen. Vielmehr betätigen sich dort Menschen, die den Design-Kram nur hobby-mäßig nebenbei machen und nun die Möglichkeit haben, auch ein paar Euros damit zu verdienen, oder junge Designer, die noch einen Fuß in die Tür kriegen müssen.

Für letztere ist DesignenLassen.de sicherlich besser, als ein Jahr unbezahltes Praktikum in einer pseudo-hippen Werbeagentur. Und wenn man wirklich was von seinem Handwerk versteht, wird sich die Liste an Kontakten und Referenzen schnell füllen, so dass man früher oder später richtige Aufträge machen kann, von Auftraggebern, die ein wirklich individuelles Design wollen und bereit sind, den entsprechenden Preis zu zahlen.

Natürlich besteht die Gefahr, dass Leute angesichts des Angebotes von DesignenLassen.de auf den Trichter kommen, ein gutes Design wäre günstig zu haben, aber auch die werden merken, dass Qualität ihren Preis hat. Und alle anderen geben dann halt mal 100 Euro aus, anstatt das neue Firmen-Logo für umme vom Neffen machen zu lassen, weil der gut mit MS Paint um kann.

Deshalb mein Fazit: Ruhig bleiben und keine voreiligen Schlüsse ziehen und den Weltuntergang antizipieren. Wenn man mal nicht direkt den Teufel an die Wand malt, stellt sich DesignenLassen.de eher als Chance für Amateure, denn als Gefahr für Profis heraus.

Meine zwei Cents, vielen Dank.

Geschrieben am 30. Juli 2009 • Abgelegt unter Überlegungen

26 Kommentare zu "Macht DesignenLassen.de den Markt kaputt?"

  1. Was sich dahinter verbirgt ist vermutlich die Angst vor solchen "Handwerkerauktionen" wie my-hammer.de (man kann auch "Handwerker Billig" bei Google eingeben), die dazu führen, dass sich die Kleinbetriebe so gegenseitig unterbieten, dass sie von ihrem Handwerk nicht mal ansatzweise leben können, sondern eher noch draufzahlen. Gut für den Kunden (vorausgesetzt, das Ergebnis ist befriedigend), katastrophal für die Branche.

  2. Michael Kubens

    30.7.2009

    Hallo Manuel,

    danke für Deinen Kommentar zu unserem Projekt designenlassen.de. Schön dass Du beide Seiten (Auftraggeber und Designer) siehst und auch die Chancen ansprichts, die in dem Konzept stecken.

    Viele Grüße aus Nürnberg, Michael Kubens
    designenlassen.de

  3. Emanuel

    30.7.2009

    @jksimpsons: ich kann verstehen, dass diese angst besteht. aber im gegensatz zu myhammer.de o.ä. gibt es bei designenlassen.de nicht dieses auktionsprinzip. der preis wird vom auftraggeber festgelegt und bleibt auch so, wenn ich das richtig verstanden habe.

    was man dann noch kritisieren kann, ist die tatsache, dass die entwürfe für lau gemacht werden. aber das ist ein allgemeines problem in der branche (stichwort pitch) und nichts neues.

    trotzdem wäre es natürlich interessant, die entwicklung dieser seite einmal von mehreren perspektiven aus zu beobachten und die auswirkungen dieses services empirisch festzuhalten. denn insgesamt ist das ja alles hier ein stochern im trüben.

    @Michael Kubens: kein ding. ich heiße übrigens Emanuel

  4. Nils

    31.7.2009

    Und ich finds eigentlich immer noch ne Sauerei, die Branche versklavt sich ja eh schon selbst, so wird es doch nur noch schlimmer. Aber gut, das haben wir ja schon ausreichend disktutiert =)

  5. Sandale

    16.8.2009

    Es ist völliger schwachsinn zu behaupten höhrere Preise bessere Qualität.

    Die Designs die da teilweise zu Witzpreisen ann die Kunden gehen sind überwiegend erstklassige Arbeiten, die eine moderne Topagentur auch nicht hätte besser machen können, dazu kommt das Kunst nachwie vor im Auge des Betrachters liegt.

    Aber wie in allen anderen Kunstsparten auch, sind 99.9% sehr arme Leute und müssen gucken wie sie über die Runden kommen und weltweitbekannte Namen spucken auf Papier und kassieren tausende von Dollars dafür. So wurde also zwangsläufig eine Pariser Kunstszene ins Leben gerufen, die die armen Hunde aufs Korn nimmt und bluten lässt.

  6. marco

    13.12.2009

    Ich bin der Meinung das es für eine Arbeit auch angemessene Vergütung geben muss, alles andere führt zum dumping.
    Es wird oft behauptet das die Qualität auf designenlassen.de nicht gut wäre. Dem stimme ich LEIDER nur bedingt zu. Einige Sachen sind wirklich gut und ich verstehe nicht wie man sich so billig hergeben kann. Wenn es ein Hobby ist schön, aber dadurch sollte man anderen Personen, die davon Leben nicht die Arbeit kaputt machen. Das Problem ist das man ganz einfach rumdesignen kann, mal eben Photoshop und sonstige Software geklaut und los gehts. Es kann mir keiner erzählen, dass man zu den Preisen, so etwas wie gekaufte Software einkalkuliert. CROWDSOURCING ist und bleibt ein Mittel zum dumpen und macht anderer Leute Arbeit kaputt.
    Und nebenbei, sind die meisten Leute mit müll zufrieden, Hauptsache billig. Wie war das: GEIZ IST GEIL, Hauptsache billig......

  7. wolfgang schröpfer

    7.2.2010

    Hallo zusammen,

    schön wär´s ja, wenn die Steuerfahndung mal bei den Designern vorbeischauen würde. Dann hätte sich das tolle Geschäftsmodell von Herrn Kubens schnell erledigt. Aber die haben hoffentlich lukrativere Ziele. Was ich damit sagen will: Da wird nicht nur eine Branche geschädigt, sondern auch noch die Allgemeinheit.

  8. Emanuel

    7.2.2010

    @wolfgang schröpfer: ich denke, die meisten werden dort nicht in dem maße umsätze generieren, als dass es für das finanzamt interessant wäre. ob die nun ein kleingewerbe angemeldet haben oder nicht, ist für den fiskus nicht relevant.

    und die, die dort nennenswerten umsatz machen und das nicht versteuern, werden sicherlich früher oder später vom finanzamt hören.

    allerdings haben die meisten leute mit designenlassen.de nicht deshalb ein problem, weil es zu schwarzarbeit bzw. steuerhinterziehung einlädt ;-)

  9. Christian

    24.2.2010

    Es wird den Markt kaputt machen. Ganz einfach weil es eine geniale Idee ist (Online-Pitching) und weil es Signalwirkung für die Auftraggeber hat. Solange es Nachwuchs-Designer gibt die bereit sind für lau hochwertige Entwürfe abzugeben wird das Angebot bestehen bleiben. Designer-Nachwuchs wird es global betrachtet immer geben; selbst im schlimmsten Fall, wenn D verarmen sollte und sich hierzulande kein Mensch mehr eine Ausbildung zum Designer leisten könnte.

    Ich wage die Prognose dass es in dieser Richtung bald Nachahmer geben wird oder sogar Angebote die über den jetzigen Umfang noch weit hinaus gehen. Im Prinzip könnte man fast alle Tätigkeiten einer Werbeagentur über solche Portale outsourcen.

  10. Emanuel

    25.2.2010

    naja, ob man alle tätigkeiten und prozesse in solche portale auslagern kann, weiß ich nicht, aber für die akquise ist es natürlich sehr praktisch.

    und auch sonst braucht man für kleinere sachen keinen persönlichen kundenkontakt mehr, da reicht die elektronische kommunikation vollkommen. und um kleinere sachen geht es ja hier. von daher stimme ich dir zu, dass designenlassen.de in der richtung nur der anfang sein wird.

    davon abgesehen bleibt die design-branche ein tätigkeitsfeld mit hohem "sex appeal", so dass es nie schwer sein wird, leute zu finden, die zu inakzeptablen bedingungen arbeiten, nur um dabei sein zu können.

  11. Peter Wencker

    10.3.2010

    Meine Design Studio ist zwar nicht Kunde von DesignenLassen.de, dennoch lobe ich das Konzept! Eine kleine aufstrebende Firma kann sich mit "kleinem" Geld auch ein Firmenlogo leisten! Die Entwuerfe sind keineswegs fachlich unwuerdig, sondern sind meist hochwertige Logos, die anderen Kunden angeboten wurden, die sich jedoch ein anderes aus dem Sortiment des Designers gewahlt haben. Also liebe Designer Kollegen, mit etwas weniger Arroganz und toleranterem Umgehen miteinander werdet ihr irgendwann das Konzept von DesignenLassen als ausgezeichnete Idee verstehen. Jeder Designer, der dieses Konzept oder diese Website kritisiert, hat Angst vor seinen eigenen zu hohen Preisen oder versteht nichts von Marketing! Ja, ich werde nun mal schnell rueber surfen und bei DesignenLassen ein Konto eroeffnen.

  12. Aus Kundensicht ist designenlassen ein relativ guter ansatz. Er setzt preis, stichpunktartige kriterien und zeitrahmen fest und kann anschließend aus einer fülle von Logos wählen. Ob diese dann auch wirklich in die Branche passen ist eine andere Frage.

    Aber aus Designer sicht ist es eine Bankrotterklärung. Schaut euch mal die "top-verdiener" an...da sind Designer dabei die mit über 500 Entwürfen dann doch 60 Logos "verkauft" haben... da steht der aufwand in absolut keinem Verhältnis zum ertrag. Mal durchgerechnet kommt man da auf einen Stundensatz von ca. 10-12 Euro und das ist in meinen Augen einfach nur lächerlich.

  13. mono

    14.4.2010

    ja die machen den markt kaputt! Immer schön egoistisch denken (kundenseite). Für mich ist es toll, für alle anderen übel, aber egal, es geht ja nur um mich.......

  14. wachsinn

    24.5.2010

    das ist eine art casino für die, die keine besseren jobangebote haben. der kunde ist leider nicht immer der endkunde, viele der ideen werden (für wie viel?) von den "auftraggeber" weiter verkauft, sogar ohne, dass der "designer" überhaupt etwas "gewinnt". die "designer" haben keine möglichkeit eigene designs auszublenden, vor der kopiererei zu schützen, weil das "zur schau stellen" die kunden angeblich anzieht (auch die kopierer).

  15. hahahaha

    25.9.2010

    Ich hab mich mal bei designenlassen umgesehen. Und wünsche allen Kunden viel Glück. Designenlassen kann für einige Kunden ganz schnell teuer werden. Viele von den Designs sind einfach nur abgeänderte Kopien von anderen Logos und somit warten bestimmt schon die ersten Anwälte auf die glücklichen Schnäppchenjäger. Desweiteren wer seine Webung in einem Portal kauft, ohne jegliche Ausrichtung der Strategie, ohne Analyse des eigenen Unternehmens von extern, ohne Ziel definition kann sein Geld auch an mich schicken, ich schick dieser Person dann ein Postkarte mit "Danke :) " drauf. HAHAHAHAHAHA. Und der Tipp für die Designer, clevere Agenturen stellen Briefings bei designenlassen rein, lassen euch die Arbeit machen und ihr seht keinen Gewinn. Die clevere Agentur macht einige Veränderungen und verkauft es für das 3fache weiter. Ihr habt nichts, Ihr habt Zeit verschwendet und geht leer aus. Da würde ich lieber Designs, an echte Personen verschenken.

  16. Ralf

    4.11.2010

    Ich glaube für kleine Unternehmen/Selbstständige ist dies eine gute Möglichkeit ein einigermaßen professionelles Logo/Design zu einem vernünftigen Preis zu bekommen.Ich glaube nicht das große renomierte Firmen so geizig sind in einem solchen Portal ihr Design kaufen. Die werden schon zu einem professionellem Grafiker/Designer gehn ;) Ich selbst hab mich schon auf der Seite umgesehn und muss sagen das es dort wirklich gute und professionelle Design gibt.

  17. Marx

    11.11.2010

    Was hier mühsam schöngeredet wird, ist in Wahrheit eine skandalöse Geschäftsmasche.

    Die nüchterne Realität ist, dass in dieser Branche täglich gelernte bzw. studierte Fachleute aufgeben müssen, weil sich Kunden billigst woanders bedienen und sich deren Preiswahrnehmung verschiebt. Ich kenne zig Profis mit jahrelanger Erfahrung, die unter den unverschämten Preisvorstellungen von Geschäftsleuten leiden und deren fehlender Bereitschaft, fachliche Arbeit fair zu honorieren, teilweise sind sie ohne Altersabsicherung, weil hierfür kein Geld übrig ist.

    designenlassen.de gibt durch sein momentan die Realität ignorierendes Abwicklungsprinzip diesen Leuten ein weiteres "Argument" an die Hand, dass man viel zu teuer sei... Man erzieht die sog. Auftraggeber (diese geben ja keinen Auftrag!) dazu, sich "im Recht" zu fühlen.

    Der Schreiber Emanuel Kluge irrt mehrfach: Unter designenlassen.de arbeiten überwiegend (verzweifelt ums Überleben kämpfende) Profis, dazu braucht man nicht viel Recherche und die meisten Arbeiten belegen das eindeutig. Für keinen dort arbeitenden Gestalter sind diese Preise in Ordnung. Die Mär, es ging lediglich um Aufträge kleinerer Kunden, die sonst ohnehin nirgend beauftragen würden, ist frei erfunden und Unsinn. Sein Äpfel-mit-Birnen-Vergleich hinsichtlich des "hippen Werbeagentur-Praktikums" (hier lässt er die Ausbeutung von Praktikanten als solche gelten, bei designenlassen nicht!) zeigt den peinlichen Grad seiner Ahnungslosigkeit.

    Es gibt übrigens auch fast nie Kontakte durch Mitmachen bei designenlassen oder ähnlichen Plattformen, denn die Leute lassen es entweder wieder risikolos bei designenlassen.de "aussschreiben" – oder geben die dort üblichen Dumpingpreise als Budgetgrenze vor! Die Abwärtsspirale ist vorgegeben. Ich habe selbst jahrlang unter designenlassen " und anderswo mitgespielt". Das ganze ist ein Witz.

    Beleg für die Weigerung der Betreiber, die Designer fair daran partizipieren zu lassen, sind deren aufgestelltes Regelwerk.

    Beispiel 1: Der "Auftraggeber" ist nicht mal zur Abnahme eines Designs verpflichtet – bei Dutzenden erstklassiger Entwürfe eine einzige Frechtheit; man könnte diese Regel auf Ausschreibungen mit unter 10 Designs beschränken.
    Beispiel 2: Der Logoshop. Ohnehin schon zu Dumpingpreisen unterwegs, werden dem Designer beim Auslösen seiner nochmals pauschal 10% "Handlinggebühr" (s. Kleingedrucktes) für die Ausführung der Überweisung und Rechnungerstellung abgezogen, bei 300 Euro also dreiste 30 Euro. Dabei verdient designenlassen.de bereits 30 Euro pro Entwurf. Die faire Lösung wäre, die Gebühr für den Logokäufer zu erhöhen!

    Nein, man greift wieder nur (!) dem Designer in die Tasche.

  18. Merklich

    15.11.2010

    @ Peter Wencke

    Was Sie "zum vernünftigen Preis" nennen, ist die reine Gier, etwas zu einem Zeitpunkt zu besitzen, wo man es sich noch nicht leisten kann. Oder auf anderes verzichten müsste! Ihre Behauptung, die Kritiker hätten Angst vor "den eigenen zu hohen Preisen", ist eine Frechheit, der Vorwurf der Arroganz ebenso.
    Sie reden einem ausbeutende Preisgefüge das Wort, das auf Ignoranz der Leistung anderer basiert!

    ####

    Was designenlassen.de unter Herr Kubens und Sobolewski ausnutzt, ist die Verzweiflung der vielen darbenden Gestalter (aufgrund des Überangebots des Marktes), die sich dazu herablassen, unter absolut unseriösen (denn nur für eine Seite massiv vorteilhaften) Geschäftsbedingungen zu prostituieren.

    Kein Geld bei den "armen" Auftraggebern? Ein beliebtes Märchen. Wer ein Geschäft betreibt, verdient (sonst ist es keines). Neben vielen anderen Ausgaben, die ebenso nicht verhandelbar sind, gehören gleichwertig solche für Aussendarstellung und Werbung. Wer das nicht ausgeben will/kann, könnte sich immer noch (übergangsweise) mit Marke Eigenbau behelfen.

    Dass sich längst namhafte Unternehmen nicht zu schade sind (wie hier beleugnet), die Dienste von designenlassen.de zu beanspruchen, zeigen Beispiele wie das Deutsche Rote Kreuz, Schwäbische Zeitung und massig sich lange schon am Markt befindliche mittelständische Firmen!

    Insofern ist die Antwort klar: Natürlich hilft designenlassen.de mit, den Markt weiter kaputt zu machen. Insofern ist designenlassen.de eine kaltblütige Geschäftsidee, die auf Fairness und Moral pfeift. Für letzteres geführt ihr Kritik, nicht für die Idee an sich!

  19. Andy

    16.12.2010

    Jeder Auftraggeber, der auf designenlassen.de zurückgreift, sollte sich vorher überlegen, welches Fiasko es für ihn wäre, sollte es sich in seiner Branche so entwickeln. Das gleiche Prinzip wie im Einzelhandel, der Kunde geht nicht mehr ins Geschäft, sondern kauft lieber online. Wenn es sich weiterhin so entwickelt, dann Gute Nacht Deutschland. Im Endeffekt werden hier die Designer nur über den Tisch gezogen, der Auftraggeber muss nicht mal ein Design auswählen. So werden x-Vorschläge gemacht und am Ende geht jeder leer aus. Und apropos Steuerfahndung, die Topdesigner laut Liste kommen aus Russland und Spanien. Wer weiß, ob da die Steuerfahnung überhaupt so aktiv ist...

  20. paul

    1.2.2011

    oh ja Andy da hast du Recht. Ich frage jetzt mal bei 10 Schreinern an ob die mir nen Tisch machen, individuell. Bezahlen tu ich aber nur einen wenn er mir gefällt. Ich glaube die werden mich fragen ob ich bescheuert bin.

  21. Thomas

    24.2.2011

    Hallo,
    ich verfolge Ihre Beiträge und möchte dazu folgendes anmerken:

    In der Vergangenheit habe ich mir als kleiner Unternehmer meine Logos erst selbst gebastelt und später dann einen örtlichen Grafiker zur Hilfe geholt. Letzteres hat knapp 1000,00 Euro gekostet. Das Ergebnis war ok, mehr aber auch nicht.

    Heute habe ich bei designenlassen.de ein Logo in Auftrag gegeben und bin gespanngt auf die Entwürfe.

    Tatsache ist: 300,00 Euro für ein Logo sind nur dann zu wenig, wenn es sich um ein brauchbares, zu mir passendes handelt. Ein einzelner Grafiker kann mir auch eher selten verschiedene Stile anbieten, eine solche Internetplattform schon.

    Und - ich muss dem Verfasser des Berichtes Recht geben: Müsste ich mehr bezahlen, würde ich es notdürftig selbst gestalten. Und liebe Leute: Nicht, weil geiz geil ist, sondern weil viele kleinste Unternehmer im Nebenberuf sich einfach nicht mehr leisten können!

    Ich verstehe den Unmut einiger Kommentare, möchte aber zu bedenken geben, dass es nicht wirklich einen Markt gibt, der hier kaputt gemacht wird. Aus meiner Sicht wird vielmehr ein Markt geschaffen.

    Und meine Sicht ist die Kundensicht, und ohne Kunden keine Logos, ohne Logos keine Arbeit.

  22. Designmarkt24.com

    23.3.2011

    Ich betreibe auch ein solches Portal und bin nicht der Meinung, dass diese den Markt kaputtmachen.

    Nicht jeder kann mehrere tausende Euros ausgeben um ein gutes Webdesign zu erhalten und gerade da setzen solche Anbieter an. Eine grosse Anzahl der Leute die ein Webdesign so erstellen lassen würden sonst nie ein Design in Auftrag geben, da Sie einfach das nötige Budget nicht haben.

    Die Designer auf der anderen Seite erhalten so laufend Aufträge und können sich zudem mit Branchenkollegen messen. Niemand wird gezwungen dort mitzumachen.

  23. migger

    22.6.2011

    aldi-design! auch supermärkten haben den markt erheblich verändert - aber die wirklichen hochpreisigen topprodukte und läden haben überlebt. die folge: werte und ansprüche verschieben sich.
    jeder ausgebildete designer einer europäischen designschule sollte sich fragen, woher unser berufsstandard kommt. "art and craft" war eine kulturbewegen gegen die industralisierung von einheitlichen produkten. somit ist design auch ein kulturauftrag für unsere umwelt - schaut man sich die leitlinien der großen schulen wie bauhaus und hfg-ulm an oder z.b. den deutschen werkbund, ist dies dort nachzulesen.
    in solchen portalen bekommt man kein design, dass ganzheilich und auch inhaltlich mit dem unternehmen verknüpft ist. um ein unternehmen ganzheitlich zu betrachten und auch konzeptionell zu beraten, benötigt es mehr, als nur reine brauchentscheidungen. auch die auftragserteilung kann nur ein glückspiel darstellen.
    ein gutes logo, bzw. cd wird dabei nicht entstehen. nur um ein gezieltes briefing zu erstellen - benötigt ein unternehmen schon beratung. designgeschichtlich betrachtet werden nur die wirklich guten entwürfe überstehen. übrig bleiben logos als wegwerfprodukt. dagegen spricht der satz von erich spiekermann "wie man sich darstellt so wird man gesehen" - wer es mit seinem unternehmen ernst meint, der arbeitet mit hochwertigen designern zusammen, die neben logos (wenn diese überhaupt nötig tun) eine leitlinie, strategie auch ein inhaltliches designkonzept einwickeln. achtet dabei auf ein entwurf, der nicht austauschbar bzw. beliebig wird. so etwas ist über internet-portale nicht zu leisten.
    deutschland ist ein hochgeistiges designland - angst vor billigimporte habe ich nicht - denn bisher hat das wirklich gute immer überlebt und wurde bisher auch immer entsprechend vergütet.

  24. Designen Lassen

    22.7.2011

    Ich habe Arbeiten ( Designs / Webseite ) machen lassen für 4750.- Euro. Von Top-Design Firma in Deutschland.
    Heute bezahle ich im Schnitt 500.- Euro.
    Die Arbeiten sind qualitativ nicht zu unterscheiden.....
    Leider ist Designer kein wirklicher Berufstand, jeder der Photoshop hat macht sich ein Schild an die Tür und ist absofort Designer. Als Kunde muss man den Mist dann auch noch bezahlen.
    Und das ist das schöne an designenlassen, ich nehme/wähle nur die Arbeit die meinen Ansprüchen/Vorstellungen gerecht wird.
    Und dann gibt es noch die andere Seite....
    Es gibt sehr viele Kleinunternehmer, die auch Design brauchen, und schon das Briefing nicht bezahlen könnten bei einer Top Firma. Aus meiner Sicht bringen Portale wie Myhammer / designenlassen sehr viel Transparenz in den Markt.

  25. Webgiraffe

    7.9.2011

    Ich denke, das Problem sind nicht die Seiten selbst und auch nicht jene, die das in Anspruch nehmen. Das Problem ist der Werteverlust. Habe ich auch schon in meinem Artikel zum Thema angesprochen. Allerdings halte ich das Ganze für unproblematisch - die Spreu wird hier nur vom Weizen getrennt.

  26. Ines

    29.1.2012

    meiner Ansicht nach entstehen bei designenlassen.de oftmals unprofessionelle Grafiken. Das mag zum einen an dem Aufbau der Briefings liegen, in denen Kunden oft im Vorfeld schon konkrete Vorstellungen äußern (z.B. einen Löwenkopf als Logo-Motiv) und damit die Kreativität der Entwürfe auf der Strecke bleibt. Immerhin bekommt so jeder Möchtegern-Designer die Möglichkeit mit seinen "Designs" Geld zu verdienen. Aus professioneller Sicht sind die Entwürfe oftmals ein absolutes No-Go!

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