What is a Browser?

(direktBrowser)

Bei all dem Engagement bezüglich der Netzsperren und der zunehmenden Politisierung des Internets in den letzten Wochen, darf man eines nicht vergessen: Wir befinden uns in einem Mikrokosmos. Wer einen Blick auf seine Twitter-Timeline wirft oder durch die Blogosphäre streift, für den ist das Thema "Netzsperren" hochpräsent und allgegenwärtig. Für die restliche Bevölkerung, die das ganze von außen betrachtet - so sie denn überhaupt etwas davon mitbekommt -, ergibt sich jedoch ein anderes Bild.

Diese Menschen, die sicherlich die Mehrheit stellen, nehmen das Internet ganz anders wahr. Sie wissen vielleicht nicht, was ein Browser ist und es ist ihnen egal. Wenn sie nach einer Suchanfrage auf einem Blog landen, wissen sie nicht, dass sie sich gerade nicht auf einer herkömmlichen, statischen Website befinden, sondern eben auf einem Blog. Und es ist vollkommen irrelevant für sie. Erscheinen nun im Netz Stopp-Schilder an Stelle der eigentlichen Inhalte, dürfte sie das wenig kümmern. Möglicherweise freuen sie sich sogar darüber, dass der Zugriff auf Kinderpornografie erschwert wird. Erscheint oberflächlich betrachtet ja auch sinnvoll.

Für diesen Teil der Bevölkerung hat das Internet einen ganz anderen Stellenwert, als z.B. für die über 134.000 Unterzeichner der Online-Petition gegen das Gesetz zur Zugangserschwerung zu Kinderpornografie im Internet. Sie werden Artikel zu diesem Thema überblättern/wegklicken, weil es nicht ihr Interessengebiet ist. Das ist bei einem allgegenwärtigen Medium wie dem Internet natürlich höchst bedenklich, aber andererseits auch verständlich: Jede/r hat nun einmal unterschiedliche Interessengebiete.

Diese Menschen trotzdem zu erreichen und Themen wie Zensur auf einer verständlichen Ebene abseits des Nerd- und Geektums zu kommunizieren, wird die große Herausforderung, der sich bspw. die Piraten stellen müssen.

(Vielen Dank an Christoph für den Hinweis auf das Video.)

Geschrieben am 19. Juni 2009 • Abgelegt unter Überlegungen, Video

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